Vorstand setzt auf denkmalgerechte Renovierung und spannende historische Erkenntnisse
Das historische Abthaus des Klosters Schinna steht vor einer umfassenden Renovierung. Nach eingehenden Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Sanierungsmaßnahmen unerlässlich sind, um das bedeutende Gebäude langfristig zu erhalten.
Besonders dringlich ist die Situation im Keller des Hauses. Dort wurde festgestellt, dass der tragende Mittelbalken von aktivem Holzwurmbefall betroffen ist. Eine dendrochronologische Untersuchung zur Altersbestimmung des Holzes ergab zudem, dass ein diagonales Kopfband bereits aus dem Jahr 1497 stammt. Der tragende Pfosten wurde auf 1697 datiert. Damit handelt es sich um ein außergewöhnliches Zeugnis der jahrhundertealten Baugeschichte des Gebäudes.
Im Zuge der Vorbereitungen für die Sanierung wurde die erfahrene Restauratorin Claudia Ciossek aus Pennigsehl beauftragt, die historischen Schichten unter den modernen Wandverkleidungen zu untersuchen. Dabei kamen bemerkenswerte Funde ans Licht. Unter der Raufasertapete im Erdgeschoss legte die Restauratorin den ursprünglichen Putz aus dem 17. Jahrhundert frei; darüber lagen ca. 8 Fassungen aus den folgenden Epochen.
Im Zuge der Arbeiten wurden historische Schlossdielen im Fußboden freigelegt und sichtbar gemacht. Die alten Holzdielen zeugen von der ursprünglichen Bauweise des Gebäudes und stellen ein bedeutendes historisches Element der Innenausstattung dar. Ein weiterer Höhepunkt der Untersuchungen war die Freilegung eines Kamins mit seiner historischen Sandsteineinfassung. Die Funde liefern wertvolle Hinweise auf die Entwicklung und Nutzung des Abthauses über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Um den historischen Charakter des Gebäudes wieder stärker hervorzuheben, sollen im Rahmen der Renovierung die vorhandenen Kunststofffenster durch stilgerechte Holzfenster ersetzt werden. Auch die Küche und die sanitären Anlagen werden grundlegend modernisiert und den heutigen Anforderungen angepasst.
Der Vorstand des Klosters Schinna sieht in der Sanierung einen wichtigen Schritt zum Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals der Region. Gleichzeitig eröffnen die jüngsten Entdeckungen neue Einblicke in die Geschichte des Abthauses und machen deutlich, welch wertvolles historisches Erbe in seinen Mauern verborgen liegt.



